Jetzt fließt Beton statt Grubenwasser
Seit dem 12.12.2022 werden die beiden letzten noch offenen Schächte der ehemaligen Zechen Concordia in Oberhausen mit Beton verfüllt. Zur Vorbereitung darauf hat THYSSEN SCHACHTBAU in den letzten gut 30 Monaten umfangreiche Raubarbeiten sowie Umbauarbeiten in den Schächten und über Tage vorgenommen.
Bisher waren Schacht 2 und Schacht 6 sowie ein kleiner Teil des Grubengebäudes auch nach Einstellung der Kohleförderung 1968 offengehalten worden. Über die Schächte wurde noch bis Ende September 2022 Grubenwasser nach über Tage gepumpt und in die Emscher abgeleitet.
Dies ist nun Geschichte. Das Grubenwasser steigt in den nächsten Jahren planmäßig bis auf ca. -620 Meter an und wird dann untertägig der Grubenwasserhaltung am ehemaligen Bergwerk Walsum in Duisburg zulaufen. Dort wird es dann nach über Tage gepumpt und in den Rhein abgeleitet. Für die Emscher stellt die Beendigung der Einleitung einen wichtigen Schritt im Rahmen des Umbaus zu einem natürlichen Gewässer dar.
Nach den Standorten Auguste Victoria in Marl sowie Haus Aden in Bergkamen ist dies bereits der dritte Standort, den THYSSEN SCHACHTBAU im Auftrag der RAG Aktiengesellschaft im Rahmen der Ewigkeitsaufgabe Grubenwasserhaltung umbaut. In den nächsten Wochen werden auch die Standorte Zollverein sowie Amalie in Essen soweit hergerichtet sein, dass sie verfüllt werden können und kein Grubenwasser mehr in die Emscher einleiten.

Pumpen auf Concordia 2/6 abgestellt.
Erstes Etappenziel erreicht.
Pünktlich am 30. September 2022 kurz nach 22:00 Uhr wurden die Pumpen der Grubenwasserhaltung am Standort Concordia 2/6 der RAG Aktiengesellschaft abgestellt. Damit fließt aus dem ehemaligen Bergwerk in Oberhausen, welches bereits 1968 stillgelegt wurde und noch über die beiden Schächte 2 und 6 verfügt, kein Grubenwasser mehr in die Emscher.
In den nächsten beiden Monaten werden die Schächte in einer Teufe von ca. 650 m (Schacht 2) bzw. ca. 780 m (Schacht 6) mit Bühnen verschlossen und dann von dort aus bis nach über Tage verfüllt.
THYSSEN SCHACHTBAU GMBH erhielt im Frühjahr 2020 von der RAG Aktiengesellschaft den Auftrag als Generalunternehmer die noch vorhandenen acht ehemaligen Bergwerksstandorte, aus denen Grubenwasser nach über Tage gepumpt wird, so umzubauen, dass kein Grubenwasser mehr in die Emscher abgeleitet werden muss.
Am Standort Concordia ist mit dem Abschalten der Pumpen das erste Etappenziel erreicht. Bis Jahresende folgen die Standorte Zollverein und Amalie in Essen sowie Carolinenglück in Bochum.
Weitere drei Standorte leiten ihr Grubenwasser in die Ruhr und werden ebenfalls in den nächsten Jahren umgebaut. Mitte der 2030er Jahre wird dann ein Großteil des Grubenwassers nur noch am Standort Lohberg bei Dinslaken nach über Tage gepumpt und in den Rhein abgeleitet.
Die Mannschaft von THYSSEN SCHACHTBAU hat in den letzten Monaten mit Hochdruck daran gearbeitet, den Termin zum Abschalten der Pumpen auf Concordia einzuhalten und wird dies bei den noch ausstehenden Standorten ebenfalls erfolgreich umsetzen.
Neues Familienmitglied
THYSSEN SCHACHTBAU verjüngt seine Fahrzeugflotte.
THYSSEN SCHACHTBAU hat die eigene Fahrzeugflotte um einen Epiroc Boomer E2C erweitert.
Der elektrohydraulische Vortriebsbohrwagen verfügt über zwei Bohrlafetten inklusive Klemmvorrichtung zum Verlängerungsbohren sowie einen dritten Arm mit Servicekorb.
Mit ihm lassen sich Querschnitte bis ca. 110 qm abbohren. Motor, Steuerung und Bohrhämmer gehören zum neuesten, was der Markt zu bieten hat.
Die optional zuschaltbare Automatik ermöglicht einen „mannlosen“, vollautomatischen Betrieb an der Ortsbrust, was die Genauigkeit erhöht, Zykluszeiten senkt und am Ende Zeit und Kosten spart.
Zukünftig kann der Bohrwagen, dessen Fahrantrieb neuesten Abgasnormen genügt, nicht nur im Tunnelvortrieb, sondern auch in der Rohstoffgewinnung eingesetzt werden. Die kompakte Bauweise ermöglicht dabei ein weites Spektrum – von sehr kleinen Querschnitten mit 25 qm bis über 110 qm.
THYSSEN SCHACHTBAU richtet sich damit konsequent auf künftige Herausforderungen im Bergbau und in Infrastrukturprojekten aus.
COMPETENCE BY EXPERIENCE. YOUR PARTNER.

Bohren im Hochgebirge
Projektidee Pumpspeicherkraftwerk Lünerseewerk II.
Die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH ist an dem Projekt Lünerseewerk II mit der Durchführung von 4 Explorationsbohrungen beauftragt worden.
Das Lünerseewerk II ist ein Pumpspeicherkraftwerk und eines der zahlreichen Elektrizitätswerke der illwerke vkw AG im österreichischen Montafon.
Die Gesamtteufe der Bohrungen beträgt ca. 2.000 m. Zum Einsatz kommen parallel zwei Bohranlagen.
Die Bohrarbeiten finden auf einer Höhe von 2.000 bis 2.250 m statt. Die besondere Herausforderung dieser Baumaßnahme stellt die Tatsache dar, dass sowohl im Zuge der Baustelleneinrichtung als auch im weiteren Verlauf der Bohrarbeiten sämtliches Personal und Material per Hubschrauber an die entsprechenden Bohrpunkte geflogen werden muss.
Pumpspeicherkraftwerke leisten einen verlässlichen Beitrag für eine CO2-freie Stromversorgung.


Semmering Basistunnel – Erster Durchschlag
Verbindung hergestellt mit dem ersten Durchschlag am 8. Juni 2022 nach 7 Jahren.
Ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung des Semmering Basistunnels konnte mit dem ersten Durchschlag Mitte Juni 22 erreicht werden.
Seit ca. 7 Jahren baut die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH mit den ARGE-Partnern Implenia und HOCHTIEF das Baulos SBT1.1.
Ausgehend von Gloggnitz und Göstritz wurden bis dato bereits rd. 13.000 Meter Tunnel sowie 2 Schächte (jeweils ca. 250 m Teufe) im Spreng- und Baggervortrieb aufgefahren. Wasserführende Bereiche wurden mit vorauseilenden Injektionsmaßnahmen vergütet.
Das THYSSEN SCHACHTBAU Team ist stolz, diesen Meilenstein gemeinsam mit allen Partnern erreicht zu haben und freut sich auf alle zukünftigen Herausforderungen bei diesem strategischen Infrastrukturprojekt.


Neues Fördergerüst über den Dächern Freibergs
Fördergerüst am Schacht Rote Grube in der Innenstadt von Freiberg kurz vor der Fertigstellung.
Nach umfangreicher gemeinsamer Planung durch die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH und die Niederlassung Jena der TS BAU GMBH entsteht nach über 50 Jahren nach Einstellung des Freiberger Gewinnungsbergbaus ein neues Fördergerüst über den Dächern Freibergs.
Das Fördergerüst am Schacht Rote Grube dient der Schachtsanierung und der anschließenden Sanierung des Rothschönberger Stollns. Die Fertigstellung dieses wichtigsten Stollns im Freiberger Revier wurde vor wenigen Wochen zum 145. Mal gefeiert.
Die Komplexität des Vorhabens entstand nicht nur durch das innerstädtische Bauen, sondern auch durch die Errichtung des Fördergerüstes im Bestand auf einer bereits mehrfach abgegrabenen Bergbau Halde innerhalb eines denkmalgeschützten Gebäudes.
Die Gründung erfolgte über drei massive Stahlbetonfundamente, welche wiederum auf insgesamt zwölf 20 m langen Bohrpfählen ruhen. Das neue Fördergerüst wurde um das Bestandsgerüst herum errichtet. Anschließend wurde das Bestandsgerüst am neuen Fördergerüst abgefangen und im Bereich der Rasenhängebank geraubt. Somit konnte ein Kompromiss aus Baufreiheit und Denkmalschutz als optimale Ausgangslage für die Schachtsanierung geschaffen werden. Diese Schachtsanierung wird nach Fertigstellung des Fördergerüstes mit drei Bergbauwinden von der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH bzw. der TS BAU GMBH realisiert.
Neues Fördergerüst 
Rasenhängebank vor dem Rauben des Bestandsgerüstes (innen) mit neuem Fördergerüst (außen)
Rasenhängebank nach Rauben des Bestandsgerüstes im unteren Teil
Blick von der Seilscheibenbühne über die Dächer Freibergs
Erster Einsatz der neuen Raisebohranlage RBR 400 von Herrenknecht
Projektstart Raisebohrungen in Österreich.
Anfang 2021 erhielt die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH den Zuschlag für die Erstellung von drei Raisebohrschächten.
Die zu erstellenden Schächte haben einen Durchmesser von 4,20 m und eine Teufe von 160 m.
Nach einer Schulung des Baustellenteams für die neue Raisebohranlage beim Maschinenhersteller Herrenknecht in Schwanau konnte Ende November 2021 mit der Mobilisierung und Installation des Equipments begonnen werden. Der Bohrstart erfolgte am 4. Dezember 2021. Die zielgenaue Pilotbohrung wurde erfolgreich abgeschlossen.
Anschließend konnte mit dem Abschlagen des Pilotbohrmeißels, der Montage des Reamers (Erweiterungskopf) und dem vorsichtigen Anschneiden begonnen werden. Sobald ein ebenes Schneidbild erreicht wurde und die Schneidrollen vollständig in Kontakt mit den Firsten standen, konnte die Leistung der Anlage peu à peu gesteigert werden. Nach Durchschlag des Reamers konnte dieser wieder nach unten gebaut und am Schachtfuß demontiert werden.
Daran anschließend wurde das Bohrgestänge ausgebaut, die Anlage demontiert und mit der Vorbereitung für den Umzug auf den zweiten Bohrplatz begonnen. Die weiteren Raisebohrschächte werden nach den wohlverdienten Weihnachtsferien im neuen Jahr hergestellt. Für die bereits erbrachte Leistung ist dem Baustellenteam größter Respekt zu zollen.

Bergwerk in Solikamsk am östlichsten Ende Europas
Letzter Kübel auf dem Bergwerk SKRU-2 in der russischen Region Perm.
Die Mitarbeiter der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH haben am 2. November 2021 einen wichtigen Meilenstein beim Bau der zwei Schächte auf dem Bergwerk SKRU-2 in Solikamsk erreicht.
Am Skipschacht sind die Teufarbeiten abgeschlossen und der letzte Bergekübel wurde zu Tage gefördert. Die Endteufe des Schachtes ist somit erreicht und beträgt 387,5 m. Insgesamt wurden 51.300 m³ Berge in 10.260 Kübeln aus dem Schacht gefördert. 191 Tonnen Bewehrungsstahl, 12.232 m³ Beton und 254 Tübbing-Ringe sind verbaut worden. Die Teufarbeiten am Skipschacht sind ohne meldepflichtigen Unfall durchgeführt worden. Im Moment führen die Mitarbeiter der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH die Arbeiten am Ausbau des Füllorts bei Teufe -385 m aus. Über Tage laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Montage der Schachteinbauten.
Der THYSSEN SCHACHTBAU Konzern bedankt sich bei seinen Mitarbeitern für ihren Beitrag zum Erfolg in diesem ganz wichtigen Arbeitsschritt und wünscht im Weiteren viel Erfolg bei der Verwirklichung der gesetzten Ziele. 

Mitarbeiter der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH

Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop ist Geschichte
Nach 150 Jahren werden alle Zugänge endgültig verschlossen.
Das Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop war das letzte fördernde Steinkohlenbergwerk in Deutschland. Am 21.12.2018 wurde hier in einer großen Feierstunde der letzte Brocken Steinkohle zu Tage gebracht und dem Bundespräsidenten übergeben.
Seitdem wurde der Rückzug aus dem Grubengebäude unter Tage vorangetrieben, um das Bergwerk sicher zu verschließen. Diese Arbeiten sind nun vollendet.
THYSSEN SCHACHTBAU war bis zum Schluss und auch davor viele Jahrzehnte auf dem Bergwerk Prosper Haniel tätig. So hat THYSSEN SCHACHTBAU zu aktiven Bergwerkszeiten, neben unzähligen Kilometern untertägiger Strecken, auch den 1,8 km langen Grubenwasserkanal als ein zentrales Bauwerk der Grubenwasserhaltung aufgefahren. Ein Highlight war auch das Tieferteufen von Schacht 10 am Alten Postweg in Bottrop um rund 300 m auf dann rund 1.320 m Teufe in den Jahren 2004 bis 2008 bei laufender Förderung.
Von den Ende 2018 noch fünf bestehenden Tagesöffnungen Schacht 9 am Vossundern, Schacht 10 am Alten Postweg, dem Förderberg in der Knappenstraße sowie den Schächten Haniel 1 und 2 an der Halde Haniel ist nun keine mehr zugänglich.
Bereits in 2019 hat THYSSEN SCHACHTBAU die Verfüllung der Schächte 9 und 10 vorbereitet. Parallel dazu wurde der über 3,6 km lange Förderberg verschlossen. Jetzt werden auch die beiden Schächte Haniel 1 und 2 dauerstandsicher verfüllt. Auch bei diesen letzten bergmännischen Arbeiten war THYSSEN SCHACHTBAU beteiligt.
Gemeinsam mit der RAG wurde Anfang September 2021 die Förderung im Schacht Haniel 2 ausgebaut und die Verfüllung begonnen. In wenigen Wochen beginnt auch die Verfüllung von Schacht Haniel 1.
Damit ist das Grubengebäude nach über 150 Jahren endgültig verschlossen. Der noch offene Schacht Hünxe, der seit 2006 dem Bergwerk Prosper Haniel zugerechnet wird, gehörte ursprünglich zum Bergwerk Lohberg/Osterfeld in Dinslaken und wird im Rahmen des Umbaus der Grubenwasserhaltung in den nächsten Jahren verfüllt.


Schacht SKS-1 Norilsk Nickel - Mai 2021
Fertigstellung der Konstruktion für den Großkorb steht kurz bevor.