Bergwerk SKS-1 in Russland
Auf dem Bergwerk SKS-1 in Sibirien wurde der letzte Kübel ans Tageslicht befördert.
Mit der Förderung des letzten Kübels wurden die Teufarbeiten bei unserem SKS-1 Projekt in Norilsk nördlich des Polarkreises abgeschlossen und somit ein für uns wichtiger Meilenstein erreicht.
Wir haben 190.900 m³ Festgestein aus dem Berg gesprengt, über 362.000 m³ Lockergestein geladen, nach über Tage gefördert und die projektierte Endteufe von 2.050,5 m erreicht.
Nun geht es weiter mit dem Ausbau der Teufausrüstungen sowie den Umbauarbeiten auf den permanenten Betrieb (Förderbetrieb).

2018 endet die Ära der Steinkohleförderung in Deutschland ...
... die Arbeiten im Bergbau gehen für die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH jedoch weiter.
Im vergangenen Jahr wurde in den Medien „das Ende des Bergbaus“ häufig thematisiert. Gemeint war aber genau genommen „nur“ das Ende der Steinkohleförderung in Nordrhein-Westfalen. In anderen Bundesländern wie dem Saarland oder Sachsen ist die Steinkohleförderung schon vor einiger Zeit aus wirtschaftlichen und politischen Gründen eingestellt worden. Den Bergbau gibt es aber weiterhin – auch in Nordrhein-Westfalen. So wird beispielweise im Steinsalzbergwerk Borth der Firma esco bei Rheinberg seit Jahrzehnten Steinsalz in einer Teufe von ca. 700–900 m bergmännisch gewonnen. Das Steinsalz findet Verwendung in der Chemieindustrie als Speisesalz und im Winter als Streusalz im Straßenverkehr. Im östlichen Nordrhein-Westfalen, bei Minden im Weserbergland, baut die Barbara Erzbergbau GmbH in einer Teufe von ca. 120 m ein eisenhaltiges Erz ab, welches sowohl im Straßenbau als auch in der Beton- und Zementindustrie genutzt wird. Aber auch in den alten Steinkohlezechen im Ruhrgebiet ist mit dem Jahr 2018 noch lange keine Ruhe eingekehrt. Nach Ende der aktiven Steinkohleförderung können diese Bergwerke nicht sich selbst überlassen werden. So müssen aus einer Teufe von teilweise über 1.000 m Maschinen und Geräte herausgeholt und Rohrleitungen und Kabel zurückgebaut werden, alte Hohlräume und Schächte gesichert und alles für einen Anstieg des Grubenwassers vorbereitet werden. Die Ausführung dieser „Ewigkeitsaufgaben“ im Bergbau umfassen die zukünftigen Arbeiten des Mülheimer Traditionsunternehmen THYSSEN SCHACHTBAU.
Die Ursprünge von THYSSEN SCHACHTBAU gehen auf ein Walzwerk zur Herstellung von Bandeisen in Mülheim-Styrum im Jahre 1871 zurück. Noch heute hat das Unternehmen an der Sandstraße sowie der Friedrich-Ebert-Straße seinen Sitz. THYSSEN SCHACHTBAU ist mittlerweile ein Bergbauspezialunternehmen, das weltweit, schwerpunktmäßig jedoch in Europa und Russland, im Bergbau tätig ist. Es gewinnt dabei nicht selbst die Rohstoffe, sondern unterstützt vielmehr Bergbauunternehmen dabei. So werden beispielweise im Norden von Russland für einen Kunden ein schlüsselfertiges Erzbergwerk mit übertägigen Gebäuden und zwei Schächten errichtet, die bis auf über 2.000 m Teufe hinabreichen. Am Ural werden für ein neues Kalisalzbergwerk zwei Schächte geteuft, in Kasachstan werden unter Tage Strecken für ein Chromerzbergwerk aufgefahren und in der Nähe von Salzgitter beteiligt sich das Unternehmen am Umbau des ehemaligen Eisenerzbergwerkes Konrad zu einem Endlager für radioaktive Abfallstoffe. Im Steinkohlebergbau ist THYSSEN SCHACHTBAU seit über 50 Jahren auch für die RAG und deren Vorläuferunternehmen tätig gewesen. Zahlreiche Schächte im Ruhrgebiet und unzählige Kilometer unterirdischer Strecken hat das Unternehmen dabei erstellt. Jetzt, nach Ende der Steinkohleförderung, bringt das Unternehmen sein Wissen und Können beim nötigen Rückbau und dem Verschließen der Bergwerke sowie beim Umbau der Grubenwasserhaltung ein.
Grubenwasser im Ruhrgebiet
Zu Zeiten des aktiven Steinkohlebergbaus wurde das Wasser, welches den teilweise über 1.000 m tiefen Steinkohlebergwerken zugeflossen ist, mit Pumpen von unter Tage nach über Tage gefördert und dann in die Ruhr, die Emscher, die Lippe und den Rhein eingeleitet. Das Wasser war ursprünglich Niederschlagswasser, welches über einen langen Zeitraum durch viele Gesteinsschichten bis in diese Tiefen gelangt ist. Um zu verhindern, dass die Bergwerke „absaufen“, wurde stets so viel Wasser gepumpt, dass auch die tiefsten Punkte eines Bergwerkes stets trocken blieben. Mit dem Ende des Bergbaus ist es eigentlich nicht mehr nötig, das Wasser zu pumpen. Die Bergwerke wurden bereits oder werden in den nächsten Jahren geräumt, die Schächte werden verschlossen und niemand wird sich mehr unter Tage aufhalten.
Ohne Pumpen könnte das Grubenwasser aber nach vielen Jahrzehnten so weit ansteigen, dass es sich mit dem Grundwasser vermischt. Da das Grubenwasser auf seinem langen Weg durch den Untergrund aus dem Gestein Salze und Minerale und andere Stoffe lösen kann, würden diese Stoffe auch in das Grundwasser gelangen. Damit der Aufwand für die Reinigung des Grundwassers, aus dem ja ein Teil des Trinkwassers in Nordrhein-Westfalen gewonnen wird, nicht zu hoch wird, plant man auch zukünftig so viel Grubenwasser zu pumpen, dass es nicht weiter als bis ca. 600 m unter der Oberfläche ansteigt. Damit hat es ausreichend Abstand zum Grundwasser und kann sich mit diesem nicht vermischen. Auch Schäden an der Oberfläche durch Hebungen des Untergrundes können so vermieden werden.
Die Pumpen, die bisher unter Tage in ca. 1.000 m Teufe standen, kommen dafür natürlich nicht mehr infrage. Sie wurden bereits oder werden in nächster Zeit demontiert und das Wasser steigt langsam von ca. 1.000 m bis auf ca. 600 m an. Dies wird viele Jahre dauern. Bis dahin werden in 13 ehemaligen Schächten sogenannte Brunnenwasserhaltungen eingerichtet. Hierbei wird der Schacht beim Verlassen eines Bergwerkes nicht einfach wie im Normalfall mit Baustoff verschlossen. Vielmehr werden gleichzeitig jeweils drei Rohre mit einem Durchmesser von ca. 1,4 m von unter Tage bis nach über Tage eingebaut. In diese Rohre werden dann, wie in einem Brunnen, Tauchpumpen eingehangen und bis auf ca. 600 m abgelassen. Aus dieser Teufe fördern die Pumpen das Grubenwasser dann nach über Tage. Von den 13 Schächten die so ausgerüstet werden, sollen regulär nur sechs Schächte, die über das Ruhrgebiet verteilt sind, Wasser pumpen. Weitere sieben Schächte stehen als Reservestandorte bereit.
Bei diesen Umbauarbeiten unterstützt THYSSEN SCHACHTBAU mit seiner langjährigen Erfahrung die RAG. So wurden zwei Schächte des ehemaligen Bergwerkes Auguste Victoria in Marl bereits verschlossen, zwei weitere werden derzeit verfüllt. Weitere Schächte, die in den nächsten Jahren noch umgebaut werden müssen, sind zum Beispiel die Schächte 2 und 12 der Zeche Zollverein in Essen, Concordia 2 und 6 in Oberhausen, Amalie in Essen, Haus Aden in Bergkamen oder Lohberg in Dinslaken. Die Umbauarbeiten sollen bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein. Solange wird es also auch im Ruhrgebiet noch Arbeit für Bergleute geben. Aber auch für die Zeit danach ist THYSSEN SCHACHTBAU durch seine vielen Projekte im In- und Ausland schon jetzt gut gerüstet und so wird man auch noch lange das „Glückauf!“ deutscher Bergleute hören.
Glückauf!
Dr. Axel Weißenborn
THYSSEN SCHACHTBAU baut das Welterbe Zollverein für die Grubenwasserhaltung um
50 Jahre Partnerschaft
Grußworte zum Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.
Glückauf! 6/2018
THYSSEN SCHACHTBAU
50 Jahre Partnerschaft
Wenn im Dezember 2018 der Deutsche Steinkohlenbergbau offiziell endet, ist dies nicht nur für die direkt betroffenen Mitarbeiter der RAG und die Regionen, in denen der Bergbau in den letzten Jahren noch umging, ein besonderes Datum, sondern auch für eine Vielzahl von Dienstleistern und Zulieferbetrieben.
So war THYSSEN SCHACHTBAU nicht nur für die Vorgängergesellschaften, aus denen die RAG hervorging, tätig, sondern von Anfang an auch für die RAG. In den 50 Jahren seit deren Gründung ist eine enge Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen entstanden. Neben hunderten Streckenkilometern, die in den Bergwerken der RAG durch THYSSEN SCHACHTBAU aufgefahren wurden, sind so auch zahlreiche Tages- und Blindschächte sowie Bunker geteuft und unzählige Explorationsbohrungen über und unter Tage erstellt worden. In besonderer Erinnerung bleiben eine Vielzahl an Projekten wie die Auffahrung der Verbindungsstrecke zwischen Lohberg und Hünxe mittels Vollschnittmaschine, das Teufen des Schachts Primsmulde mittels Schachtbohrmaschine als tiefstem Bohrschacht der Welt, das Tieferteufen des Nordschachts im Saarland auf 1.700 m, der Anschluss der 7. Sohle auf Auguste Victoria Schacht 8 mit seiner großen Schachtglocke und das Tieferteufen Prosper Schacht 10, um nur einige zu nennen. Bei den sehr anspruchsvollen Projekten wurde nicht selten Neuland betreten und die Grenze des technisch Machbaren weiter verschoben. Dies gelang uns nicht zuletzt, weil Auftraggeber und Auftragnehmer das gleiche Ziel verfolgten und sich aufeinander verlassen konnten – „bergmännische Tugenden“ eben.
Mit dem Kohlekompromiss von 1997 und dem Steinkohlefinanzierungsgesetz von 2007 wurde für die RAG seitens der Politik die klare Vorgabe erteilt, den Bergbau auf Steinkohle in Deutschland bis Ende 2018 auslaufen zu lassen. Gemeinsam mit Belegschaft, Gewerkschaft und der Politik gelang es der RAG, diese Mammutaufgabe sozialverträglich zu lösen. Bedenkt man, dass die RAG vor zehn Jahren aus acht Bergwerken ca. 17 Mio. tv.F. mit rd. 30.000 Mitarbeitern förderte, ist dies eine großartige Leistung und wird sicherlich auch Maßstab für den, wiederum politisch gewollten, Ausstieg aus der Braunkohlenförderung sein. Aber auch Dienstleister und Zulieferbetriebe mussten sich diesem Wandel anpassen. Verständlicherweise sank mit der Reduzierung der Bergwerke und der Förderung auch die Nachfrage nach Bergbauspezialarbeiten wie sie von THYSSEN SCHACHTBAU angeboten werden. Da zu diesem Zeitpunkt auch die Nachfrage anderer inländischer Bergbaubetreiber nach entsprechenden Dienstleistungen zurückging, war dies ein Auslöser für THYSSEN SCHACHTBAU, sich noch intensiver im Ausland zu engagieren, um das Geschäft auch weiterhin auf eine wirtschaftlich tragfähige Basis zu stellen.
Die mit der Politik ausgehandelte rückläufige Belegschaftsentwicklung der RAG mit dem Ziel der Einstellung der Förderung bis Ende 2018 führte dazu, dass für die zu bewältigenden Arbeiten in den noch aktiven Bergwerken bzw. im Rahmen des Rückbaus und der Schließung von Standorten nicht immer ausreichend eigenes Personal vorhanden war. Diese Lücke konnte und kann bis zum heutigen Tag u. a. durch Dienstleister geschlossen werden. So war THYSSEN SCHACHTBAU beispielsweise bereits im Jahr 2000 auf dem Bergwerk Westfalen mit der Verfüllung der Schächte 1, 2, 6 und 7 beauftragt. Aber auch in jüngster Vergangenheit kann sich die RAG auf die Unterstützung durch Bergbauspezialdienstleister verlassen. Die Schächte 8 und 9 des Bergwerks Auguste Victoria wurden im Jahr 2016 bereits mithilfe von THYSSEN SCHACHTBAU verfüllt, die Schächte 3 und 7 folgen im Jahr 2019.
Das von der RAG verfolgte Konzept der Grubenwasserhaltung sieht für das Ruhrgebiet die Möglichkeit vor, auch nach Beendigung des Steinkohlenbergbaus das untertägig anstehende Grubenwasser kontrolliert nach über Tage zu pumpen, um eine Vermischung mit Grundwasser auszuschließen. Dafür ist geplant, das Grubenwasser langfristig auf ca. 600 m Teufe ansteigen zu lassen und dann an sechs Standorten sowie sieben Reservestandorten nach über Tage zu pumpen. Wird das Grubenwasser bisher noch von unter Tage installierten Pumpen nach über Tage gefördert, soll bis zum Jahr 2021 der Umbau zur sogenannten Brunnenwasserhaltung erfolgen. Die Pumpen werden dann von über Tage in den ausgewählten 13 Standorten in die Schächte eingehängt und fördern als Tauchpumpen aus 600 m Teufe das Wasser nach über Tage. Dies hat den Vorteil, dass es nicht mehr erforderlich ist, umfangreiches Grubengebäude nur für den Zweck der Wasserförderung aufrechtzuerhalten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die besagten Standorte dafür vorbereitet und umgebaut werden. So müssen neben der Förderung auch wesentliche Schachteinbauten geraubt und im entsprechenden Zielhorizont das Widerlager für die Verfüllung errichtet werden. Schließlich müssen im Rahmen der Verfüllung die Hüllrohre eingebaut werden, in welche später die Tauchpumpen abgelassen werden. Diese Umbaumaßnahmen erfordern einen planerischen, personellen und maschinellen Aufwand, der so nicht mehr vollständig durch die RAG erbracht werden kann, sodass auch hier eine enge Zusammenarbeit zwischen RAG und Dienstleistern wie THYSSEN SCHACHTBAU erfolgt, um den anspruchsvollen Zeitplan dafür einzuhalten. Zu nennen sind hier beispielsweise die Standorte Auguste Victoria 3/7, Zollverein Schacht 12 oder Haus Aden Schacht 2, wo THYSSEN SCHACHTBAU die RAG bereits unterstützen darf. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang sicherlich auch die 1.800 m lange Auffahrung des sogenannten Grubenwasserkanals zwischen dem Bergwerk Prosper-Haniel und dem ehemaligen Bergwerk Möller-Rheinbaben. Die im Herbst 2015 begonnene und Mitte 2018 fertiggestellte Strecke hat einzig die Aufgabe, die später einmal anstehenden Grubenwässer unterirdisch von Möller-Rheinbaben durch Prosper und über Hünxe bis nach Lohberg zu leiten, wo sie schließlich nach über Tage gepumpt werden. Der Grubenwasserkanal stellt somit die letzte Streckenauffahrung im deutschen Steinkohlenbergbau dar und diente schon nicht mehr der Aus- und Vorrichtung, sondern der zukünftigen Grubenwasserhaltung.
Im Jahr 2017 ist die RAG den Weg gegangen, erstmals die Betriebsführung eines ganzen Standorts sowie die Vorbereitung zum Umbau zur Brunnenwasserhaltung zu vergeben, ein absolutes Novum im deutschen Bergbau. Im Saarland wird der noch verbliebene Teil des ehemaligen Bergwerks Ensdorf durch eine Arbeitsgemeinschaft von THYSSEN SCHACHTBAU und STEAG Technischer Service betrieben. Dies ermöglicht der RAG, die nötige Personalanpassung bei gleichzeitiger Gewährleistung aller am Standort Duhamel und Nordschacht erforderlichen Arbeiten durchzuführen. So betreut die Arge nicht nur den übertägigen Bereich, sondern auch das Grubengebäude inklusive Schacht Duhamel, Barbarastollen sowie die noch unter Tage befindliche Grubenwasserhaltung. Die überaus erfolgreich zurückgelegten eineinhalb Jahre haben gezeigt, dass dies ein gangbarer Weg ist, um einerseits alle erforderlichen personellen und strukturellen Anpassungen seitens RAG durchzuführen, gleichzeitig aber auch die Verantwortung für Rückbau und Umbau eines ehemaligen Bergwerks erfüllen zu können.
In den vergangenen 50 Jahren hat die RAG als einer der größten Arbeitgeber in den Revieren an Ruhr, Saar und Ibbenbüren stets eine herausragende Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Regionen übernommen. Durch viel Fleiß und Umsicht ist es gelungen, den von vielen Menschen bedauerten und mitunter schmerzhaften Anpassungsprozess im deutschen Steinkohlenbergbau seit den 1970er Jahren bis zum heutigen Tag überaus erfolgreich zu leiten. Waren in Deutschland im Jahr 1970 in allen Revieren noch über 250.000 Mitarbeiter in über 50 Betrieben beschäftigt und förderten über 110 Mio. t Steinkohle, werden in den nächsten Jahren nur noch einige Hundert Mitarbeiter damit beschäftigt sein, an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren die noch bestehenden Standorte zurückzubauen, dauerhaft zu verwahren und für die Grubenwasserhaltung herzurichten.
Wir bedanken uns, dass wir die RAG in den vergangenen 50 Jahren begleiten durften und wünschen für die noch bevorstehenden Aufgaben viel Erfolg und Bergmannsglück.
Errichtung eines schlüsselfertigen Bergwerks in Sibirien
Ein wichtiger Meilenstein des Projektes Norilsk Nickel, Schacht WS-10, ist erreicht!
Am 8. November 2018 wurde im Rahmen einer kleinen Feier bei dem Projekt WS-10 der letzte von insgesamt ca. 67.000 Kübeln gezogen.
Somit sind im Laufe des Projektes ca. 240.000 m³ Berge nach über Tage gefördert worden. Weiterhin wurden durch die russischen Spezialisten ca. 63.000 m³ Beton und ca. 7.500 Tonnen Stahl (über und unter Tage) verbaut.
Die Endteufe von 2.053,5 m ist somit erfolgreich erreicht worden und die Umrüstarbeiten des Schachtes sind bereits in der Umsetzung.
Die Schächte WS-10 und SKS-1 sind derzeit weltweit die tiefsten Tagesschächte, die durchgängig errichtet werden.
Der THYSSEN SCHACHTBAU Konzern ist stolz darauf, als Partner von Norilsk Nickel an diesen Projekten maßgeblichen Anteil zu haben.




Im Saarland geht's in die Verlängerung
Seit März 2017 ist die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH, Mülheim an der Ruhr, mit ihrem ARGE Partner STEAG Technischer Service GmbH, Saarbrücken, am Standort Duhamel des ehemaligen Steinkohlebergwerks Ensdorf im Saarland tätig.
Für die RAG Aktiengesellschaft aus Herne hatte unsere ARGE für das noch bestehende Bergwerk Ensdorf die Betriebsführung übernommen. Angefangen von der Bedienung der Fördermaschine, des Barbarastollens bis hin zu sämtlichen Prüf,- Kontroll-, Wartungs- und Reparaturarbeiten führen wir alle Aufgaben zur Aufrechterhaltung des Grubenbetriebes durch. Der Auftrag lief planmäßig Mitte des Jahres 2018 aus. Da das untertägige Grubengebäude aus heutiger Sicht noch mindestens zwei Jahre offengehalten werden muss, bevor das Bergwerk endgültig verschlossen werden kann, veröffentlichte die RAG im Frühjahr 2018 eine europaweite Ausschreibung mit dem Ziel, den Betrieb, die Instandhaltung und den späteren Umbau des Standortes Duhamel an einen Auftragnehmer zu vergeben. Da die ARGE durch den vorhergehenden Auftrag schon vor Ort war, bewarb sie sich auch um diesen „Nachfolgeauftrag“. Nach erfolgreichem Bestehen des Teilnahmewettbewerbes und des sich anschließenden Vergabe- und Verhandlungsverfahren konnte die ARGE THYSSEN SCHACHTBAU/STEAG Technischer Service den Zuschlag für diesen auf zunächst 2 Jahre angelegten Auftrag verbuchen. Damit sind wir für die RAG auch im Saarland, wie schon im Ruhrgebiet, auch über die Zeit des aktiven Steinkohlebergbaus tätig und unterstützen die sehr umfangreichen Maßnahmen im Rahmen der sogenannten Wasserhaltung.
Gütesiegel "Sicher mit System"
Arbeitsschutzgütesiegel 2020 „Sicher mit System“ für die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH und erstmalig auch für die Bergbau-Spezialgesellschaft Ruhr-Lippe mbH.
Nach 2004, 2008, 2011 und 2014 wurde im Zeitraum vom 7. November 2017 bis 5. Dezember 2017 bereits zum 5. Mal das Arbeitsschutzmanagementsystem „Sicher mit System“ der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH seitens der BG RCI begutachtet.
Erstmalig stellte sich in diesem Zeitraum auch die Bergbau-Spezialgesellschaft Ruhr-Lippe mbH der Herausforderung, ihre Arbeitsschutzprozesse begutachten zu lassen.
Die entsprechenden Anforderungen wurden in beiden Gesellschaften erfüllt und die Gütesiegel für jeweils 3 Jahre bis zum 4. Dezember 2020 erteilt.

v. l.: Ing. Guido Barnfeld (Leiter Arbeitsschutz), Christian van den Berg (Leiter Prävention BG RCI), Hansjörg Streeck (Fachkraft für Arbeitssicherheit), Michael Bork (stellv. Betriebsstellenleiter), Frank Kazmierczak (stellv. Betriebsratsvorsitzender), Dipl.-Betriebswirt Markus Gevers (Geschäftsführer THYSSEN SCHACHTBAU GMBH), Dr.-Ing. Axel Weißenborn (Geschäftsführer Bergbau-Spezialgesellschaft Ruhr-Lippe mbH), Arno Lehmann (Betriebsinspektor)
Bergwerk Ibbenbüren
Letzter Durchschlag im Tecklenburger Land.
Im 30. März 2017 endete auf dem Bergwerk Ibbenbüren der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH im Tecklenburger Land der letzte Streckenvortrieb mit dem Durchschlag der Strecke 7A Osten, Flöz 78. Dieser stellt zugleich den letzten Durchschlag in einem produzierenden deutschen Steinkohlenbergwerk dar.
In einer Teufe von 1.560 m wurden 1.105 Vortriebsmeter mit hohem Qualitätsstandard aufgefahren. Die Auffahrungsdauer für diese Strecke betrug 8 Monate. Dies unterstreicht die ausgezeichnete Auffahrleistung von durchschnittlich 6 m am Tag. Die Strecke wurde in Kombi – Typ A aufgefahren. Dieser Ausbautyp ist an jede geologische Bedingung anpassbar und besticht durch eine hohe Sicherheit und Leistungsfähigkeit.
Seit dem Jahre 2009 sind Mitarbeiter der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH auf dem Bergwerk Ibbenbüren tätig. In den Jahren 2014 und 2015 wurden dabei vier Streckenvortriebe gleichzeitig betrieben.
Nach der Fertigstellung der letzten Streckenauffahrung zählen noch Arbeiten am Haupt-/Hilfsantrieb in den Abbaurevieren sowie Senk-, Sanierungs- und Raubarbeiten zu unseren Haupttätigkeiten. THYSSEN SCHACHTBAU bleibt also auch in den folgenden Jahren ein verlässlicher Partner auf dem Bergwerk.

Bergwerk Prosper-Haniel
Auf dem letzten aktiven Steinkohlenbergwerk im Ruhrgebiet wurde am 15. Dezember 2016 Geschichte geschrieben.
Im Baufeld West des Bergwerkes Prosper-Haniel gingen die Vorleistungsarbeiten mit dem Durchschlag im Aufhauen 547.8 zu Ende. Dies bedeutet, dass bis zum Ende der Kohlenförderung im Jahre 2018 keine weiteren Vorrichtungsstrecken mehr benötigt bzw. aufgefahren werden.

Nach ca. 240 m Auffahrung des insgesamt 340 m langen Aufhauens stellte eine Vortriebsmannschaft des Bottroper Bergwerkes mit einer Teilschnittmaschine AM 105 den Durchschlag erfolgreich her und markierte einen Meilenstein in der 160-jährigen Geschichte des Bergwerkes.
An diesem bedeutenden Vorleistungsprojekt waren auch zwei Vortriebsmannschaften der THYSSEN SCHACHTBAU GMBH erfolgreich beteiligt.
So wurde die westliche Abbaubegleitstrecke 547.1 mit einer Teilschnittmaschine AM 105 und die östliche Strecke 547.0 konventionell im Bohr- und Sprengvortrieb erfolgreich aufgefahren. Nach dem Erreichen der Streckenendlänge in der Kohlenabfuhrstrecke 547.0 erhielt unsere Vortriebsmannschaft den Auftrag, der TSM-Mannschaft des Bergwerkes entgegen zu fahren.
Nach ca. 100 m Auffahrung im Aufhauen 547.8 wurde dann durch unsere Vortriebsmannschaft am 2. Dezember 2016 der letzte Abschlag in einer Flözstrecke an der Ruhr gesprengt, ebenfalls ein historisches Ereignis.
Nach Beendigung der Vortriebsarbeiten für die Vorrichtung der Kohlenvorräte gibt es nur noch einen Streckenvortrieb im Ruhrbergbau.
Diese Auffahrung, der sogenannte Grubenwasserkanal, wird für die spätere Stilllegung der Bergwerke benötigt. Die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH erhielt im Jahre 2015 den Auftrag für die ca. 2.200 m lange Auffahrung.
Zurzeit sind ca. 800 m Strecke aufgefahren, und die Vortriebsmannschaft konnte die Zielvorgaben des Auftraggebers mit Erfolg einhalten. Bis zum Erreichen des Grubenfeldes Möller-Rheinbaben warten jedoch noch einige bergmännische Herausforderungen auf die hochmotivierte Kolonne um Reviersteiger Reinhard Kissmann.
Ulrich Barth

Semmering-Basistunnel Los 1.1
Die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH hat sich im Juni 2015 gemeinsam mit den Partnern Implenia Österreich und Hochtief Infrastructure Austria den Auftrag zum Bau des Semmering Basistunnels – Baulos 1.1 gesichert.
Dieses ist das östliche der insgesamt drei Baulose. Die Arbeitsgemeinschaft baut zwei parallel verlaufende eingleisige Tunnelröhren mit 16 Querschlägen in Abständen von maximal 500 m. Auftraggeberin ist die ÖBB-Infrastruktur AG.
Das Gesamtauftragsvolumen für die Arbeitsgemeinschaft beträgt rund 460 Mio. €. Die Arbeiten werden bis 2024 dauern.
Schachtanlage Konrad
Anfang Februar 2016 erhielt die THYSSEN SCHACHTBAU GMBH in Arbeitsgemeinschaft mit Deilmann-Haniel GmbH einen weiteren Großauftrag der DBE auf der Schachtanlage Konrad.
Es handelt sich um das Baulos 1 zur Auffahrung der Grubenräume der Versatzaufbereitung mit einem Volumen von 28 Mio. € und einer Laufzeit bis 2018. Der Zuschlagserteilung für dieses äußerst anspruchsvolle Ingenieurbauwerk sind unter anderem ein Präqualifikationsverfahren im Jahr 2014 sowie die Ausarbeitung einer geeigneten Auffahrungstechnologie im Jahr 2015 vorausgegangen.
